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United Airlines Business Class Polaris

United Airlines Business Class Polaris – Langstrecke

Auf der Strecke Amsterdam (AMS) nach San Francisco (SFO)

Endlich mal wieder ein Langstreckenflug. Endlich mal wieder Business Class. Dieses Mal in der United Airlines Polaris. Die Erwartungen waren hoch, zumal wir (meine Freundin und ich) den Flug direkt über die Lufthansa Website gebucht hatten und das irgendwie ein wertiges Gefühl vermittelt hat. Vermutlich weil ich dann dachte, dass Lufthansa-Standards eingehalten werden müssen. Okay, kein langes Geschwafel: der Flug war gut. Aber nicht großartig.

Direkt zum Fazit ↓

United Airlines Business Class Polaris

Check-In

Der Check-In in Amsterdam war wirklich easy. Wir hatten am Priority Schalter für die Polaris Kunden nur eine Person, die noch vor uns war und dann kamen wir direkt dran. In der United App hatte man die Möglichkeit, seinen Reisepass und alle Corona-Relevanten Fakten (Impfstatus, Zertifikat-Upload, etc.) im Vorfeld zu erfassen. So beschränkte sich unser Check-In wirklich nur noch darauf, das Gepäck aufzugeben. Die Frau am Schalter sagte, dass wir bereits „Flight-ready“ wären. Genau das gleiche Wording wie in der United App. Nach zwei Minuten waren wir fertig. Die Erfahrung war also sehr positiv.

Sicherheitskontrolle

Die positive Erfahrung ging direkt weiter. Die Reise fand im Juni 2022 statt. Eine Zeit, in der eigentlich alle Flughäfen Europas wegen des Mangels an Personal in Kombination mit einer extrem gesteigerten Anzahl von Reisenden maßlos überfordert waren. Doch mit dem Business Class Ticket durften wir an gefühlt 500 wartenden Personen in der Haupt-Schlange einfach vorbei gehen in einer separaten Warteschlange. Diese teilten wir uns mit Rollstuhlfahrern und anderen Business- und First-Class-Fliegenden. Man hat sich eigentlich schon fast schlecht gefühlt, wenn man ehrlich ist. Auch hier ging es also zügig voran.

Lounge

Da der Check-In und die Sicherheitskontrolle so zügig vonstattengingen, hatten wir genug Zeit um noch in der „Aspire Lounge“ bei einem kühlen Getränk und ein paar Snacks auf den Abflug zu warten. Zur Aspire Lounge haben wir einen gesonderten Artikel geschrieben. => Aspire Lounge Amsterdam

Boarding

Mit den Sitzen 1G und 1D saßen wir in der ersten Reihe in der Mitte. Da man den Flieger von der Mitte aus bestiegen hat, haben wir einfach bis zum Schluss in der Lounge gewartet und sind als eine der letzten in den Flieger gegangen. Absolut entspannt.

Sitzplätze / Comfort in der United Airlines Business Class

Die Sitze 1G und 1D waren geräumig und bequem. Der Sitz ließ sich auf komplett 180 Grad strecken, so dass ein vollwertiges Bett entstehen konnte. In Kombination mit einer Matratzen-Auflage, die ich mir einfach aus dem Overhead bin stibitzt habe, war es ein extrem komfortables Liegegefühl. Sowohl zum Filme schauen als auch zum Schlafen (in meinem Fall dösen, da ich vermutlich niemals in einem Flieger schlafen können werde. *Weichei*).

Beim nächsten Mal nehmen wir allerdings ein paar Reihen weiter hinten, damit es nicht so hell ist, wenn man schlafen möchte. Denn die Nähe zur Küche und den Toiletten war zwar nicht wirklich schlimm. Ruhiger und dunkler ist es aber sicher ein paar Reihen weiter hinten.

Anordnung der Sitze

Wenn Ihr als Paar verreist, achtet darauf, dass die Sitze in der United Airlines Business Class Polaris von Reihe zu Reihe wechseln. In den Reihen 1,3,5,… sind die Sitze eng zusammen. In den Reihen 2,4,6,… sind die Sitze weit voneinander entfernt. Zur besseren Übersicht hier eine Seatmap:

United Polaris Seatmap
© united.com

Entertainment

Die Auswahl an Filmen und Serien war extrem vielfältig und umfangreich. Es gab über 100 Filme, nicht alle davon in Deutscher Sprache, aber da muss ich sagen, habe ich persönlich überhaupt kein Problem mit. Vor allem wenn man in die USA reist. Was gibt es da besseres, als sich gleich mit einem Film in der Landessprache auf den Urlaub vorzubereiten? Das Display war nicht riesig aber auch nicht winzig. Ausreichend würde ich sagen.

United Airlines Entertainment Displays

Getränke

Vor dem Abflug gab es in dickwandigen Plastikgläsern einen Prosecco oder O-Saft gereicht. Der Prosecco war geschmacklich „okay“, aber deutlich schlechter als der in der Luft gereichte Champagner.

In der Luft gab es Gosset Champagner in der Glasflöte und dazu warme Nüsse. Das war toll. Der Champagner war sehr lecker. Leider hatten Sie nur eine Flasche kalt, so dass für einen Refill erst die nächste Flasche noch kalt gestellt werden musste. Eine Flasche für die gesamte Business Class? Schon komisch irgendwie.

United Airlines - Champagner und Nüsse

Die Auswahl an Getränken war gut. Es gab drei Rotweine, zwei Weißweine und den Champagner oder Prosecco. Darüber hinaus alle möglichen Spirituosen und Longdrinks.

Speisen

Das Essen war aus meiner Sicht sehr lecker und die Portionsgröße war absolut ausreichend. Meiner Freundin hat das Essen nicht so gut geschmeckt. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückflug. Auch Sie hat den Vergleich zu Condor gezogen und war von der Condor definitiv mehr begeistert als von United.

Service

Auffällig (und irgendwie toll) war, dass United Airlines anscheinend viele ältere und männliche Flugbegleiter in der Flotte hat. Sie waren sehr freundlich und haben einem alles in Ruhe erklärt. Da fragt man sich, warum bei anderen Airlines immer nur jüngere Damen arbeiten.

Insgesamt war der Service sehr freundlich, aber nicht wirklich proaktiv. Nach dem Essen war es den gesamten Flug über so, dass man sich seine Getränke erbetteln musste. In den letzten vier Flugstunden sind der Polaris Business Class sogar die Wasserflaschen ausgegangen. Das war in der Condor Business Class auf der Strecke FRA nach CUN zum Beispiel ganz anders. Wer seine Augen nicht verschlossen hatte, wurde dort aktiv gefragt, ob alles okay sei, ob man noch etwas trinken möge, etc. Ganz anders jetzt bei United Airlines. Ein wenig schade irgendwie.

(Ergänzung: Meilenjunkie Malte findet das zum Beispiel sehr gut. Er sagt: „Wenn ich etwas trinken möchte, dann drücke ich auf den Service-Knopf. Ansonsten dürfen die mich ruhig in Ruhe lassen“.)

Fazit zur United Airlines Business Class

Warum war der Flug gut und nicht großartig? Damit ein Flugerlebnis großartig ist, muss alles zusammenpassen. Die Qualität des Sitzes, die Auswahl an Getränken, der Geschmack und die Qualität der Speisen und die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Flugbegleiter:innen.

In der United Airlines Business Class waren die Flugbegleiter freundlich, aber nicht besonders zuvorkommend. Wir mussten uns die Getränke teilweise selbst bestellen, anstatt gefragt zu werden, ob wir noch etwas haben möchten.

Der Sitz war extrem bequem und ließ sich zu einem vollwertigen Bett umfunktionieren. Gepaart mit guten Kissen war das das eigentliche Highlight des Fluges. Das Entertainmentangebot war üppig und die Getränke und Speisen haben gut geschmeckt. Man hat schon besseres erlebt aber auch schon deutlich schlechteres.

Nochmal United? Wenn es nichts anderes gibt, jederzeit. Ansonsten strecken wir unsere Fühler erstmal noch nach anderen Airlines aus. Es soll ja auch spannend und abwechslungsreich bleiben hier, bei Meilenjunkies.de 😉

Essen in der Condor Business Class

Condor Business Class – Langstrecke

Auf der Strecke Frankfurt (FRA) nach Cancun (CUN)

Eines direkt vorweg: Dieser Flug war für mich der erste Flug meines Lebens in der Business Class. Daher werde ich mich immer ganz besonders daran zurückerinnern. Auch wenn das Flugzeug zum Zeitpunkt des Fluges schon über 20 Jahre alt war und die Condor Business Class zu diesem Zeitpunkt eines der „schlechtesten“ Produkte war: für mich war es ein Game-Changer! Aber der Reihe nach:

Das besondere Erlebnis fing schon beim Check-In an. Ohne uns anstellen zu müssen, erhielten wir am Priority-Schalter unsere Boardkarte, mit der wir durch den bevorzugten Sicherheits-Check und danach sogar in die Lufthansa Senator Lounge durften. (Condor hat eine Kooperation mit Lufthansa.)

Lufthansa Senator Lounge

Das Erlebnis Lounge war einfach klasse. Kostenlose Zeitschriften, alle Getränke die man sich wünschen konnte, frisch zubereitetes Rührei, bequeme Sessel und eiskalter Rosé-Crémant… ein Traum.

Im Flieger hatten wir die Sitze 1A und 1B und waren die ersten zwei Personen, die das Flugzeug bestiegen haben. Uns wurden die Koffer und Jacken abgenommen und wir hatten schon ein Glas Sekt in der Hand, als alle anderen Passagiere sich noch zu Ihrem Sitz gedrängt haben.

Der Moment, als auf Reiseflughöhe dann das (zuvor frei wählbare) Essen serviert wurde, war auch genial. Eine Tischdecke wurde vor uns ausgebreitet und die Champagner- und Weingläser wurden nie leer. Der Service der Condor-Crew ist bekannt dafür, einer der besten zu sein. Das macht dann auch das etwas ältere Fluggerät mehr als wett.

Essen in der Condor Business Class
Wie erhielten gleich drei Vorspeisen. Es war extrem schmackhaft.

Man konnte sich zurücklehnen, ja sogar die Lehne komplett nach hinten umklappen, ohne das Gefühl haben zu müssen, die Passagiere hinter einem zu nerven. Sich in dieser Position einen Film anzuschauen erinnerte mich mehr an mein heimisches Wohnzimmer als jemals zuvor in einem Flugzeug.

Leicht angetrunken in dieser Liegeposition – wie auf der Couch zuhause – stand für mich fest: Ich möchte auf der Langstrecke wenn möglich nie wieder anders fliegen!

Valet Parking

Tipp: Bei Anreise mit dem eigenen Auto solltet ihr unbedingt den Valet-Service nutzen. Damit könnt ihr direkt bis zum Abflug-Terminal vorfahren (dort, wo absolutes Parkverbor herrscht) und das Personal des Valet-Service nimmt euch den Fahrzeugschlüssel ab und parkt dann den Wagen für euch. Bei der Rückreise ruft man nach der Landung einfach kurz an und der Wagen wird einem wieder vorgefahren.

In die Jahre gekommen

Die Business Class von Condor wird in einem über 20 Jahre alten Flieger durchgeführt. Der Sitz ist lediglich auf 170-Grad ausklappbar. Man erhält also kein ganz flaches Bett. Die Füße hängen ein wenig runter. So konnte man nicht wirklich gut schlafen. Es gab auch leider keine Auflage, so dass man den alten Sitz sehr genau gespürt hat. Aber hey, das war mein erster Business-Class-Flug. Das wäre meckern auf hohem Niveau. Besserung ist allerdings ins Sicht.

Ausblick

Denn: Auf seiner Website hat Condor die Bestellung von 16 Airbus A330neo angekündigt. Das neue Kabinen-Design ist extrem hochwertig und kann aus unserer Sicht absolut sogar mit der neuen Lufthansa Business Class im A350 mithalten. Das wäre ein starker Schritt, da Condor und Lufthansa in Konkurrenz zueinander stehen und Lufthansa mit seinem Konkurrenz-Ferienflieger „Eurowings Discover“ ab Zeitpunkt der neuen Condor Business Class ein deutlich schlechteres Produkt im Angebot haben wird. Damit wird Condor an der Lufthansa vorbei ziehen, so zumindest unsere Vermutung.

Die neue Condor Business Class im Airbus A330neo
© Condor Flugdienst GmbH, condor.com

Zu einem Flug im neuen A330neo werden wir euch sicher in Kürze auch einen Bericht hier veröffentlichen, sobald einer von uns die Maschine zum ersten Mal geflogen ist. Auch wenn Condor an keinem nennenswerten Vielflieger-Programm teilnimmt und dadurch sicher nicht unsere erste Wahl sein wird. 😉